Erektile Dysfunktion

Was ist Impotenz?

Impotenz, auch erektile Dysfunktion genannt, bezieht sich auf die anhaltende Unfähigkeit des Penis, erigiert zu werden oder zu bleiben. Einige Männer können nach langem Diabetes aufgrund von Nerven- und Blutgefäßschäden im Penis impotent werden. Es wird geschätzt, dass 50% der mit Typ-2-Diabetes diagnostizierten Männer an Impotenz leiden.


Man spricht von einer erektilen Dysfunktion (E.D.), wenn es einem Mann regelmäßig schwer fällt, eine feste Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten, um Sex haben zu können. Viele Männer haben vor allem im fortschreitenden Altem gelegentlich Schwierigkeiten damit, ihren Penis hart werden zu lassen oder diesen Zustand aufrecht zu erhalten. Die erektile Dysfunktion wird jedoch nur dann als Besorgniserregend angesehen, wenn eine zufriedenstellende sexuelle Leistungsfähigkeit seit einiger Zeit mehrfach unmöglich ist.

Wie kommt es eigentlich zu einer Erektion?

Eine Erektion tritt auf, wenn ein Mann durch einen erotischen Gedanken oder sexuellen Kontakt stimuliert wird. Das Gehirn produziert dann Stickoxid. Das führt zu einer Reihe von chemischen Reaktionen in den Blutgefäßen des Penis, die dazu führen, dass der sechsfache Blutfluss im Penis eingeschlossen wird.

Eine Erektion könnte unbegrenzt dauern, wenn es keine Chemikalien im Körper gäbe, die sie auch wieder abbauen. Diese werden als Phosphodiesterasen bezeichnet. Sie arbeiten daran, den Prozess umzukehren und versuchen, den Penis wieder weich (d.h. schlaff) zu machen. In der Regel besteht ein Gleichgewicht zwischen den Chemikalien, die eine Erektion sozusagen aufbauen und denen, die sie wieder verschwinden lassen. Bei der erektilen Dysfunktion ist dieses Gleichgewicht gestört.

Wie wirken Potenzmittel?

Potenzsteigernde Medikamente stören den Prozess, der es dem Blut erlaubt, den Penis zu verlassen. Männer mit Erektionsstörungen würden davon profitieren, dass die Chemikalien, die eine Erektion fördern, die Wirkung der Chemikalien überwiegen, die dazu führen, dass der Penis seine Festigkeit verliert.

Um eine stärkere Erektion zu ermöglichen, blockieren oder hemmen ED Medikamente die Phosphodiesterasen. Dadurch bleiben die Blutgefäße im Penis offen und können mehr Blut aufnehmen, was zu einer festeren und länger anhaltenden Erektion führt. Deshalb werden die meisten Medikamente gegen erektile Dysfunktion als Phosphodiesterase-Hemmer (kurz PDE-5-Hemmer) bezeichnet.

Viagra

Viagra, das den Spitznamen “die kleine blaue Pille” trägt, hat den Wirkstoff Sildenafil. Es ist in den Dosierungen 25 mg, 50 mg und 100 mg erhältlich. Nach einem ersten Gespräch mit einem Arzt wird dieser eine Startdosis empfehlen. Die Dosis kann dann je nach Wirksamkeit und Verträglichkeit erhöht oder verringert werden. So kann die gewünschte Wirkung bei geringstmöglicher Medikamenteneinnahme erzielt werden. Viagra ist zur Behandlung der erektilen Dysfunktion zugelassen, wird aber auch zur Behandlung der vorzeitigen Ejakulation (P.E.) verwendet, insbesondere bei Menschen, die sowohl E.D. als auch P.E. haben.

Viagra (Sildenafil) wirkt bis zu 8 Stunden, d.h. es ist gelangt schneller ins System und verlässt dieses wieder als andere Potenzmittel. Einige Leute bevorzugen Viagra (Sildenafil), denn wenn sie Nebenwirkungen haben, auch wenn sie nur geringfügig sind, möchten sie, dass diese auch nur möglichst kurz auftreten. Es kommt bei der Wirkungsdauer aber natürlich auch auf persönliche Vorlieben und die Reaktion auf das Medikament an. Bei Fragen sollte man sich in jedem Fall an einen Arzt wenden.

Cialis

Cialis mit dem Wirkstoff Tadalafil ist ein Medikament zur Behandlung von Erektionsstörungen und einer vergrößerten Prostata. Es gehört zur gleichen “Familie” von Medikamenten wie Viagra (Sildenafil), aber es gibt wichtige Unterschiede. Beide Medikamente gehören zu den PDE-5-Hemmern.

Cialis (Tadalafil) wird auch gerne als “Wochenendpille” bezeichnet, da es bis zu 36 Stunden hält. Einige Menschen bevorzugen Cialis, weil es länger hält als Viagra (Sildenafil), das normalerweise bis zu 8 Stunden hält. Es ist in den Dosierungen 2,5 mg, 5 mg, 10 mg und 20 mg erhältlich. Cialis kann wie Viagra auch zur Behandlung der vorzeitigen Ejakulation (P.E.) verwendet werden, besonders bei Menschen, die sowohl E.D. als auch P.E. haben.

Levitra

Levitra mit dem Wirkstoff Vardenafil ist ein weiteres Medikament zur Behandlung der erektilen Dysfunktion. Es gehört wie Viagra und Cialis zur Familie der PDE-5-Hemmer, aber es gibt wichtige Unterschiede. Levitra wurde 2003 von der deutschen Firma Bayer HealthCare in den Dosierungen 5mg, 10mg und 20mg auf den Markt gebracht. Das Medikament wirkt schnell, innerhalb von ca. 30 Minuten und hält in der Regel bis zu 8 Stunden an. Es funktioniert sehr ähnlich wie Viagra, mit einigen wesentlichen Unterschieden. Die Verwendung von Levitra erhöht die Wahrscheinlichkeit einer QT-Verlängerung, die manchmal zu unregelmäßigen Herzschlägen führen kann. Dieses sollte bei der Wahl der Einnahme von Levitra schwer abgewogen werden.

Spedra

Bei Spedra handelt es sich um kleine gelbe Tabletten mit dem Wirkstoff Avanafil, die gegen erektile Dysfunktion wirken. Das Arzneimittel ist in Dosierungen von 50mg, 100mg und 200mg erhältlich. Die Wirkung von Spedra tritt 15-30 Minuten nach der Einnahme auf und hält bis zu sieben Stunden an. Entwickelt wurde es von dem italienischen Pharmaunternehmen Menarini. Nach Viagra, Cialis und Levitra ist Spedra das jüngste Mittel gegen erektile Dysfunktion, das es auf dem deutschen Markt zu kaufen gibt. Seit April 2014 gibt es die Tabletten in der Apotheke. Im Vergleich zu anderen Potenzmitteln ist es relativ günstig – 6€ kostet eine Tablette im Durchschnitt. Somit ist Spedra ca. 50% günstiger als das Konkurrenzprodukt Viagra.

Generika

Wie für viele Medikamente gibt es auch für Potenzmittel Generika. Das Patent der Firma Pfizer für Viagra lief z.B. im Jahr 2013 ab. Seitdem können andere Hersteller günstigere Alternativen zu Viagra mit demselben Wirkstoff herstellen.

Ein solcher Arzneistoff ist z.B. Sildenafil ratiopharm. Es ist in Dosierungen von 25mg, 50mg und 100mg erhältlich. In seiner Wirkung ist es identisch zu Viagra. Der Hauptunterschied ist, dass das Generikum zu einem geringeren Preis erhältlich ist. Egal bei welchem sildenafil haltigen Medikament darf eine Dosis von mehr als 100 mg Sildenafil an einem Tag nicht überschritten werden, egal ob es sich um die Marke Viagra oder um ein Generikum handelt.

Hier eine kurze Übersicht von üblichen Generika der verschiedenen Wirkstoffe:

Sildenafil:       Sildenafil Ratiopharm, SildeHEXAL, Sildenafil 1A Pharma, Sildenafil Stada

Tadalafil:        Tadalafil Stada, TadaHEXAL, Tadalafil Ratiopharm, Tadalafil AbZ, Aristo

Vardenafil:     Vardegin

Wo kann man Potenzmittel kaufen?

Um im deutschsprachigen Raum Potenzmittel legal erwerben zu können, braucht man ein Rezept. Dieses lässt man sich von einem zuständigen Arzt verschreiben. Mit dem Rezept kann man die Arzneimittel ganz einfach in jeder lokalen Apotheke abholen. Mittlerweile gibt es auch die Möglichkeit, Potenzmittel im Internet bei zertifizierten nationalen Online-Apotheken zu kaufen. Dies hat den Vorteil, dass Menschen, denen der persönliche Erwerb von Potenzmitteln unangenehm ist, diesen umgehen und sich das Medikament direkt nach Hause liefern lassen können. Auch bei einer solchen Bestellung bedarf es allerdings eines gültigen Rezepts. Außerdem ist beim Online-Kauf von Arzneimitteln generell höchste Vorsicht geboten, da viele unseriöse Anbieter existieren. Bei Fragen oder Unsicherheiten sollte man sich daher stets an seinen Arzt wenden.